Genau genommen begann es mit dem Blanquette, dem legendären Schaumwein, der bereits lange vor dem Champagner, genau gesagt 1544, in Limoux zu schäumen begann.
Nun gut, der Blanquette ist der älteste Schaumwein und hat sich seine Anhänger bewahrt, allerdings nicht genug und so begannen die Macher der örtlichen Cooperative Sieur d'Arques ein wenig zu experimentieren und herausgekommen ist ein durchaus überzeugender Crémant de Limoux, von dem Stuart Pigott schon einmal gesagt hat, er sei einer Reihe von Champagner vorzuziehen. Es ist ein hoher Anteil an Chardonnay und Chenin, der dem Crémant seine Finesse verleiht.
Es war dann wiederum die Cooperative Sieur d'Arques, die Anfang der 80er Jahre ein - für das Weinbaugebiet Languedoc-Roussillon - beispielhaftes Projekt durchführte. Das Anbaugebiet im Departement Aude wurde genauestens untersucht, unterschiedliche Terroirs definiert und die Erträge limitiert. Die besten Winzer der Region wurden aufgefordert Chardonnay-Reben nach allen erdenklichen besten Regeln zu hegen und zu pflegen, genauso wie es die Winzer im Burgund tun. Herausgekommen sind vier höchst unterschiedliche Terroirs: Autun, Océanique, Mediteranéen und der Star: Haute-Vallée.
Mit entsprechend niedrigen Erträgen erhält man konzentrierte Trauben, die in kleinen Eichenfässern vergoren werden, und beachtliche Resultaten. Die besten beiden Fässer der knapp vierzig beteiligten Gemeinden werden versteigert und der Gewinn aus dieser Versteigerung kommt der Restaurierung der romanischen Kirchtürme in den alten Dörfern der Region zugute. Herausgekommen ist die renommierte Versteigerung Toques et Clocher : Kirchtürme und Kochmützen, die jährlich im April stattfindet und zu der mittlerweile Weinkenner, Sterne-Köche und Verkoster aus der ganzen Welt die Halle der Cooperative stürmen. Bei dieser Versteigerung liegen die Preise für die Chardonnay-Fässer häufig bei Euro 10.000/Fass, nicht selten darüber.
 
Es ist das Terroir des Haute-Vallée, das die Qualitäten eines Grand Cru besitzt. Es sind mineralische Weine von herausragender Ausgewogenheit, die nach vier bis fünf Jahren das opulente Bukett allergrößter Chardonnays erreichen.
Das Klima des AOC Limoux unterliegt im Osten dem trockenen, heissen mediterranen Einfluss, im Westen ist es das moderate, feuchte atlantische Klima und im Süden, am Fuß der Pyrenäen, herrscht ein kälteres Klima vor. Der mediterrane Einfluss wird durch das atlantische Klima und die Höhe beeinflußt.
Die Lagen der Weinberge von Limoux - 150 bis 250 m üNN - beeinflussen das Wachstum der Trauben wesentlich, in der Tat liegen zwischen der Ernte der ersten Trauben und der letzten Lese gut drei Wochen, basierend auf der Höhenlage des einzelnen Weinbergs.
Die Topographie dieses von der Sonne so begünstigten Landes ist einzigartig, daher sind Hanglagen auf den kalkreichen, karstigen Böden vorherrschend.
A.O.C. Klassifizierung seit 1981 Anbaufläche : ca. 1000 ha Trinktemperatur : 8 bis 10°
Lagerfähigkeit: die Chardonnays de Limoux haben eine Lagerfähigkeit, die leicht 12 bis 15 Jahre erreichen kann.
|