Sie ist touristisch, durch die schmalen Gassen winden sich jedes Jahr eine viertel Million Touristen aus aller Welt, in den Souvenirläden liegt der übliche Plastiktand aus Fernost - na und!? Sie ist Carcassonne! Sie ist Weltkulturerbe, das Zentrum des Widerstands der Katharer, sie ist legendär und ihr Mauerkranz ist atemberaubend schön.
38 Türme sind es, die die mauer- und türmebewehrte mittelalterliche Cité so einzigartig machen. 1700 bzw. 1300 m sind die beiden Wehrmauern lang, die die Stadt mit den
verwinkelten Gassen umgeben. Bereits in galloromanischer Zeit war die Anhöhe befestigt.
Als Simon de Montfort, der berüchtigte Metzger des Languedoc, die Stadt während der Albigenserkriege 1209 eroberte, ließ er die Ketzer im Büßergewand durch das Land treiben, was er zuvor mit ihnen anstellen ließ davon zeug das Museum im Tour de l'Inquisition und von der Promenade des Lices mag man sich den Weg der Katharer durch die Ebene vorstellen.
Sehenswert ist auch die Kathedrale St.-Nazarie aus dem Jahr 1269. Im Norden des Städtchens zeugen Fundstücke im Musée lapidaire von den wichtigen Epochen Carcassonnes. Hier kann man das älteste bekannte Grabdenkmal Europas aus dem Jahr 456 besichtigen.
Die Unterstadt der Cité, am zweiten Weltkulturerbe der Stadt, dem Canal du Midi gelegen ist, eine typische, quirlige südfranzösische Stadt mit hübschen Cafes, Bistros und kleinen Geschäften.
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Ihren Namen, so will es die Legende, verdankt die Stadt einer mutigen Frau, der Dame Carcas, muselmanische Prinzessin, Gattin des Königs Balaak.
Der war wohl außer Haus, als Karl der Große fünf Jahre lang die Stadt auf dem Hügel und ihre Einwohner belagerte, in der Hoffnung sie auszuhungern und so zur Aufgabe zu zwingen.
An und für sich keine schlechte Idee und beinahe wäre es ihm gelungen, als die Dame hinter den hohen Mauern einen grandiosen Einfall hatte. Sie ließ kurzerhand das letzte in der Stadt verbliebene Schwein mit den allen Getreidekörnern stopfen, die sich noch in der Burg befanden und dann hieß sie ihre fassungslosen Männer, das Schwein über die Mauer zu werfen.
Der große Karl war recht fassungslos, als das Schwein über die Mauer segelte, hart auf dem Boden landete, aufplatzte und die Getreidekörner herausspritzen. Ganz offenbar, schlussfolgerte er, litten die da oben noch lange keinen Hunger, wenn sie so großzügig mit ihren Lebensmitteln umgehen konnten. Karl der Große brach die Belagerung ab und die Dame Carcas ließ die Glocken läuten.
Auf dem Mauerkranz stand die ausgehungerte Bevölkerung und schrie ihm hinterher:Carcas te sonne! (Carcas, ruft dich!)
Und die glücklose Armee rief zurück Carcas sonne! (Carcas läutet).
Office de Tourisme, 15. Blvd. Camille Pelletan, Tel: +33-(0)-46825-0704, http://www.carcassonne-info.com