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die katharer

Während des 10. und 11. Jahrhunderts wandelte sich die religiöse Gesinnung. Sie wird tiefgründiger. Aber die Haltung des Klerus stimmt nicht überein mit dieser Sehnsucht nach einer primitiven, reinen Kirche. Reichtum und Verschwendung der hohen Geistlichen stehen in krassem Gegensatz zur Armut der Bevölkerung. Die Kirche kann mit ihrer doktrinären Haltung nicht die Probleme lösen, mit denen sich zahlreiche Gläubige konfrontiert sehen. Eine Reihe von Christen versucht ihre eigenen Antworten auf die Fragen ihrer Zeit zu finden.

Der Domherr zu Köln nennt eben diese Sucher im Jahr 1163 spöttisch Katharer, abgeleitet vom griechischen katharos, was rein bedeutet. Der Begriff Albigenser geht hingegen auf die Mission des hl. Bernhard im Jahr 1145 zurück. 1165 fand in Lombers, einer Kleinstadt südlich von Albi ein wichtiges treffen zwischen Katharern und Katholiken statt. Erst nach diesem Kolloquium wurden die Katharer, die zu dieser Zeit bereits der Ketzerei beschuldigt waren, tatsächlich Albigenser genannt.
Siegel Die Religion der Katharer ist eine christliche. Sie glauben an Christus, lesen das neue Testament und beziehen daraus ihr Glaubensfundament. Ihre Lehre geht davon aus, dass das Gute und das Böse sich die Welt aufteilen. Und von diesem Prinzip ausgehend stellt sich die fundamentale Frage: Warum und auf welche Weise hat ein unendlich guter und barmherziger Gott das Böse schaffen können, wenn er doch der Inbegriff der Güte ist? Es gibt nur einen einzigen Gott, den Gott des Guten, der das ewige Reich des Geistes schuf, aus welchem die Lebensfunken stammen: die Seelen.

Das Böse ist ein niederes Prinzip, und versucht das Reich des Guten zu vernichten. Deswegen sperrt es ein kleines Stück Leben (die Seele) in eine materielle Hülle (den Körper) und erfindet die Zeit (Dauer), die das wesentliche Prinzip von Verderbnis und Zerstörung ist. Und im Menschen treffen beide Prinzipien aufeinander: die Seele gehört dem Reich des Guten, der Körper zur verdorbenen Welt des Diesseits. Das Heil besteht für die Katharer folglich darin, sich von der Welt des Bösen zu befreien, um ins Reich des Guten zu gelangen.

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Die Katharer erwarten vom Tod nicht die automatische Befreiung ihrer Seele. Diese kann erst dann in das Reich des Guten eingehen, wenn sie ihre ursprüngliche Reinheit wiedergefunden hat, d.h. zur Erkenntnis ihres göttlichen Ursprungs gelangt ist. Es ist der von Gott gesandte Christ, der den Menschen die rettende Erkenntnis offenbart.

Letztere kann nur durch Handauflegen und durch den Geist erworben werden: Das Konsolamentum. Diese geistige Taufe verleiht den Katharern das Verständnis des Guten. Sie spielt eine dreifache Rolle: Offenbarung, Priesterweihe und letzte Ölung. Die Handauflegung symbolisiert den Eintritt ins religiöse Leben und die Anerkennung des hl. Geistes von der in einer fleischlichen Hülle eingesperrten Seele.

BildEs mag sein, dass die katholische Kirche damit klargekommen wäre, aber so revolutionäre religiöse Grundsätze wie die Abschaffung der Todesstrafe und der Leibeigenschaft, ein vorbildliches Leben strenger Askese, Wahrheitsliebe und Zivilcourage, war dann doch zuviel. Und als sich der Hochadel des Südens offen zum Katharismus bekannte, erklärte Papst Innozenz III. die bedrohlichen Katharer kurzerhand zur Sekte und rief gegen diese Dämonen zum Kreuzzug auf: der Beginn der blutigen Albigenserkriege. Ganze zwei Jahrhunderte hielt der Süden dagegen. Bélibaste, der «letzte» Katharer brannte im Jahr 1321.

Chronologie des Kreuzzuges

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www.Cathares.org, umfangreiche Website zur Geschichte des Landes und der Katharerbewegung
www.cathares.org
Eine ausführliche Webseite zur Geschichte der Sekte der Katharer und zum Land der Katharer, dem Departement Aude
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